Monatsbrief September - Dr.med Dr.Helmuth Krieg
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Monatsbrief September

Liebe Gäste unserer Praxis,

in den Herbst wollen wir nach dem schönen Sommer mit viel Begeisterung und Aktivität starten. Und was haben Sie vor?

Wir werden am Montag, 15.10. 2018 um 18 Uhr Frau Dr. Friesen von der Universität Ulm zu einem Vortrag über Methadon als neues/altes Krebsmittel begrüßen dürfen. Das wird ein interessanter Abend, versprochen. Lassen Sie sich das nicht entgehen, denn Frau Friesen ist auf die nächsten 2 Jahre komplett ausgebucht. Bitte melden Sie sich bei Frau Walz an, da die Plätze beschränkt sind. Die Veranstaltung ist in der „Schafscheuer“ in Stammheim (Burggasse 13), ca. 800m von der Praxis entfernt.

Als zweites möchte ich Ihnen aus der Sprechstunde berichten: Immer wieder kommen Frauen um die 50 zu mir und klagen über ernstzunehmende Symptome, wo kein Arzt etwas Krankhaftes findet. Für die Betroffenen ist es zum Verzweifeln: Haarausfall, Schmerzen überall, höchster Leidensdruck und kein Apparat zeigt irgendeine Auffälligkeit. Ein Labortest gibt dann häufig den Hinweis, der in die richtige Richtung führt: Ein Hormontest aus dem Blut. Eigentlich eine einfache Sache, lediglich 1 Röhrchen Blut ist erforderlich und schon weiß der Arzt mehr. Zeigt dieser Test nämlich einen gravierenden Hormonmangel an, so wäre jeder Arzt, der seiner Patientin nicht hilft, ein übler Dummkopf. Und man sollte sich auch nicht scheuen, bei Bedarf Hormone einzusetzen. Warum auch nicht? Freilich gibt es immer wieder wissenschaftliche Studien, die einen Zusammenhang zwischen Hormonen und Krebs (vor allem Brustkrebs) nahelegen. Jedoch sind nur diejenigen betroffen, bei denen objektiv gar kein Hormonmangel besteht, sondern „einfach so“ therapiert wurde. Schade, dass Pflanzenhormone nur bei leichteren Mangelzuständen helfen können. Ich mache das so: Bei Patientinnen, wo der Hormontest im Blut einen starken Mangel zeigt, gebe ich für 3 Monate chemische Hormone und versuche dann auf pflanzliche Hormone umzusetzen. Betroffene Frauen bemerken häufig bereits nach 1 Woche Therapie eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden. Macht man dies als Arzt nicht so, hinterlässt man Menschen, die sich hilflos und unverstanden vorkommen.

Eine besondere Form der Hilflosigkeit musste ich selbst neulich erfahren: Eines Abends, ich war allein zu Hause, kam es mir in den Sinn: Helmuth, du nimmst jetzt ein Bad, und zwar in deiner schönen Badewanne. Kaum war ich ins warme Wasser gestiegen, kam mir die -unheilvolle- Idee: Du musst etwas für deine trockene Haut tun. Dabei fiel mir ein, was ich Ihnen stets so locker empfehle: 2 Esslöffel pures Kokosöl müssen ins Wasser und schon wird die Haut geschmeidig. Ich liebe den Kokosduft und wähnte mich -in meiner Liebelsberger Wanne im Keller sitzend- in Gedanken auf einer paradiesischen Südseeinsel. Leider nicht sehr lange, denn das Öl benetzte zwar -wie vorgesehen- meine allzu trockene Haut. Leider nicht nur diese, sondern auch den Wannenboden und meine Fußsohlen, was sich alsbald als verhängnisvoll herausstellen sollte. Irgendwann, so etwa nach einer Stunde, als das Wasser von 40 Grad auf 32 abgekühlt war und die Heimkehr meiner Frau bedrohlich über mir schwebte, sah ich mich gezwungen, dem Bade zu entsteigen. Nun aber wurde mein Vorhaben zum Drama: Jeglicher Versuch mit den Füßen auf dem Wannenboden einen festen Stand zu erlangen, schlug fehl. Wie ein Bötchen im Sturm, haute es mich mit jedem Aufstehversuch wieder rückwärts in die Wanne rein, so klitschig war das Ganze durch das Öl geworden. Schnell waren die herrlichen Gedanken an die Südseeinsel einem Horrorszenario gewichen: Gleich schlägst du dir den Brustkorb an und liegst mit drei Rippenbrüchen im Calwer Krankenhaus. Schlussendlich drehte ich mich auf den Bauch, kniete wie ein um Gnade Flehender auf der rutschig-ekligen Masse aus Öl, Wachs und Seife, drehte mich dann wie ein Wurm bzw. Korkenzieher nicht gerade elegant auf den Beckenrand, um von dort die 50 cm runter auf den zum Glück durch einen Badevorleger aus Frottee einigermaßen gepolsterten Fliesenboden zu plumpsen. Durch und durch ein Jammerbild.

Geht es Ihnen auch so? Je älter man wird, umso mehr Gewohnheiten schleichen sich ein. Eine davon habe ich neulich entdeckt: Mein Großvater war in Liebelsberg Lehrer und musste vom Wohnhaus täglich die 400 m vor zum Schulhaus gehen. Damals waren die Winter teilweise knochenhart und Temperaturen bis minus 20 Grad waren keine Seltenheit. Mein Großvater hatte es mit den Ohren, etwas besser ausgedrückt: Er war sehr anfällig für Ohrenentzündungen. Folglich passte er seine Kopfbedeckung stets der herrschenden Temperatur an. Am Schlafzimmerfenster befand sich ein Thermometer, zeigte es morgens um 6 extreme Kälte, so zog Opa eine Fellmütze auf. War es nur mäßig kalt, tat es auch die Baumwollkappe. Die allerdings blieb auch bei sommerlichen Temperaturen auf seinem Kopf. Nun entdeckte ich bei mir ein ähnliches Verhalten: Die Auswahl meiner Strümpfe bzw. Socken erfolgt ebenfalls nach der Temperatur. Morgens schaue ich im Handy nach, was accuweather vermeldet: Hat es 15 Grad plus und weniger, kommen die dicken Wollstrümpfe zum Tragen, bei Temperaturen von 15–23 Grad sind es etwas dünnere Baumwollstrümpfe. Socken hingegen kommen erst ab 30 plus aus dem Schrank.

Kennen Sie noch „Hallo-Wach“? Das war in den Fünfziger- und Sechziger Jahren eine Tablette aus Colanuss zum Fitwerden. Ich habe nun ein ähnliches Produkt konstruiert, welches über Medicus herauskommt: 50 mg Coffein und Vitamine B1 und B3 als wohlschmeckendes Granulat in einem kleinen Beutelchen. Einfach aufmachen, ohne Wasser im Mund zergehen lassen (schmeckt toll fruchtig) und nach 5 Minuten fit wie ein Adidas Schuh sein.

Gute Nachricht auch für alle Augenkranken: Es gibt in aller Kürze wieder Macubelkapseln zur Behandlung und Vorbeugung der Maculadegeneration und auch ganz allgemein für die Stärkung der Augen.

Freuen Sie sich mit mir auf einen farbenprächtigen Herbst. Meine Frau und ich waren mal in Neuschottland auf der Suche nach dem Indian summer. Leider waren wir 14 Tage zu früh dran. Zwischenzeitlich habe ich erkannt, dass der Herbst auch in unseren Breiten die Bäume in herrliche Farben taucht. Statt Halifax Schönbuch.

Alles Liebe

Ihr Dr.med Dr. Helmuth Krieg

Dr. Helmuth Krieg