Helmuth`s Bombe - Dr.med Dr.Helmuth Krieg
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Helmuth`s Bombe

Eine 65 Jährige Dame, eine echte schwäbische Schaffere, erwischt mitten in der Geschäftssaison eine Sehnenscheidenentzündung. Für diese Frau war die Diagnose wie für einen Holländer die Nachricht, dass sein Wohnwagen samt Käse geklaut wurde (zum Glück habe ich keine Patienten aus NL). Am Boden zerstört, kam sie in die Praxis. Von Voltaren und Ibuprofen hielt sie gar nichts. Mit dem Charme eines Bittstellers konnte ich sie zu einem Zinkleimverband verführen. Klar wusste ich, dass dies nicht ausreichen würde, die emsige Patientin zu befriedigen. Ich sah mich unter Erfolgszwang und erzählte ihr selbstbewusst von Helmuth`s Bombe (früher Tübinger Bombe), der Thrombozytenspritze. Ich hatte das letzte Wort meines Satzes noch am hinteren Zungengrund geparkt, ermahnte sie mich bereits mit den Worten: Net schwätza, macha. Vielleicht war es nicht ganz fair von mir, dass ich die dickste Nadel aus dem Spender nahm und an 3 Stellen ihres rechten Unterarms jeweils fette Depots von Thrombozyten setzte. O je, dachte ich, wenn das mal gutgeht und vereinbarte-nolens volens- einen Kontrolltermin am nächsten Tag.

Nachdem ich an besagtem Tag nichts von meiner Patientin gehört hatte, ließ ich –das Schlimmste ahnend-meine in diesem Punkt robustere Schwester bei Frau B. anrufen, um zu erfragen, wie es ihr gehe. Die Antwort war kurz und zackig: Alles weg, i kann schaffe wie an Ochs.

doctor hand checking out the syringe isolated

Dr. Helmuth Krieg